FAQ (Frequently asked questions)

Hier findest du Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Um was für ein Haus geht es?

Unser Haus liegt in der Weißenburger Straße im ruhigen, aber zentrumsnahen Augsburger Stadtteil Pfersee. Es handelt sich um ein klassisches Mehrfamilienhaus, das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Auf drei Stockwerken – inklusive Dachboden – entstehen knapp 400 m² Wohnfläche, zusätzlich gibt es zahlreiche Räume im Keller. Ums Haus herum laden Gartenflächen zum Begegnen und Verweilen ein.

Sind in dem Haus öffentliche Räume geplant?

Pa*radieschen ist mehr als ein reines Hausprojekt! Wir wollen auch einen offenen Begegnungsort für Pfersee schaffen. Das Haus in der Weißenburger Straße hat einen geräumigen Keller, in dem wir – mit Umbau – Potential für diese öffentliche Räume sehen: Für eine offene Werkstatt, ein Verschenke-Regal, eine Lebensmittelkooperative oder einen Seminarraum. Für warme Tage bietet auch der Garten viele Begegnungsmöglichkeiten.

Wie viele Menschen können in dem Haus wohnen?

In unserem Haus wohnen jetzt 13 Erwachsene und 4 Kinder.

Welcher Umbau ist nötig?

Das Haus war kernsanierungsbedürftig. Das bedeutet, es war einiges an Umbau nötig, um das Haus wieder attraktiv bewohnbar zu machen: neue Elektrik, neue Heizung, neue Bäder. Den Dachboden haben wir zu einer neuen Wohnung ausgebaut. Der Keller wird trockengelegt und soweit umgebaut, dass er als halböffentlicher Raum auch für Menschen außerhalb unserer Wohngemeinschaft genutzt werden kann. Darüber hinaus ist uns die energieeffiziente und ökologische Sanierung des Hauses nötig. Wir bauen unser Haus deshalb mit Unterstützung der KfW in eine Energie-Effizienz-Haus 55 um. Dafür wird u.a. die gesamte Gebäudehülle gedämmt, eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage installiert und die Fenster erneuert.

Welchen Zeitplan habt ihr? Was steht noch alles an?

Nach deutlichen Verzögerungen konnten Anfang März 2026 die ersten Personen einziehen. Stück für Stück zogen weitere Bewohner*innen ein und die letzte Partei (Dachgeschoss) zog jetzt (Ende Mai 2026) zunächst in den Gemeinschaftsbereich ein, bis das DG bezugsfertig ist. Prio 1 hat demnach die Fertigstellung des DGs, anschließend werden wir den Ausbau des Kellers weiter vorantreiben. Wenn das auch geschafft ist, können wir uns dem Aufhübschen des Treppenhauses und des Gartens widmen.

Wer wohnt aktuell im Projekt?

Unsere Gruppe besteht aktuell aus dreizehn Erwachsenen und vier Kindern. Damit sind alle Zimmer belegt und wir suchen aktuell keine Neuzugänge. Sollte sich das ändern, erfahrt ihr das am schnellsten über unseren Newsletter – also schnell abonnieren.

Wie viele Direktkredite braucht ihr?

Für den Kauf des Hauses und die Kernsanierung sind nach aktuellem Stand 1,7 Millionen Euro an Direktkrediten nötig. Mehr Direktkredite geben uns mehr Möglichkeiten im Umbau. Langfristig werden wir immer Direktkredite benötigen, um auslaufende Kredite zurückzahlen zu können. Wir freuen uns also IMMER, wenn du uns mit einem Direktkredit unterstützen kannst!

Mit welchem Risiko bei Direktkrediten muss ich rechnen?

Eine Geldanlage ist irgendwo immer risikobehaftet. Geld in Wohnraum zu investieren, ist dabei aber eine der sichersten Anlageformen. Solange wir gewährleisten können, dass das Haus dauerhaft bewohnbar ist, fließen Mieten in die GmbH, mit welchen der Bankkredit und die Direktkredite zurückgezahlt werden können. Bei einem kernsanierten Haus mit flexiblen Wohneinheiten und verhältnismäßig günstigen Mieten in der Nähe der Augsburger Innenstadt gehen wir davon aus, dass sich dauerhaft Bewohner*innen finden werden. Optimistisch sind wir auch, wenn wir auf die über 180 Vergleichsprojekte des Mietshäuser Syndikats schauen, die teilweise seit Jahrzehnten erfolgreich bestehen.

Rechtliche Hinweise: Direktkredite sind Nachrangdarlehen mit einer qualifizierten Rangrücktrittsklausel. Die Klausel besagt zum einen, dass kein Geld zurückgezahlt werden muss, falls dadurch die Zahlungsfähigkeit der Haus GmbH gefährdet ist. Zum anderen werden im Falle einer Insolvenz der GmbH zuerst sämtliche vorrangigen Bankkredite und Forderungen bedient und erst dann die Direktkreditgeber*innen. Wir sind daher verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass Direktkredite mit erheblichen Risiken verbunden sind und es im Falle einer Insolvenz auch zum teilweisen bis vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens kommen kann.

Anlagevolumen und Prospektpflicht: Der Pa*radieschen e.V. und die PARADIESCHEN HAUS GmbH nehmen jeweils Nachrangdarlehen an. Im Rahmen des Vermögensanlagengesetzes gelten sie somit als die Emittenten der Vermögensanlagen, diese unterscheiden sich durch ihren Zinssatz. Jeder der Emittenten wird für jede einzelne seiner Vermögensanlagen innerhalb von 12 Monaten nicht mehr als 100.000,- Euro annehmen. Es besteht daher keine Prospektpflicht nach dem Vermögensanlagengesetz.

Wie und wann werden die Zinsen ausgezahlt?

Du kannst dich für eine der beiden Varianten entscheiden:

  • Die Zinsen werden am Jahresende nicht ausgezahlt und führen am 01.01. des Folgejahres zu einer Erhöhung des Ursprungsdarlehens. Der vereinbarte Zinssatz ist dann auf das erhöhte Darlehen anzuwenden.
  • Die Zinsen werden am Jahresende ausgezahlt.
Wann bekomme ich mein Geld bei einem Direktkreditvertrag wieder zurück?

Du kannst entscheiden, ob du deinen Direktkredit befristet oder unbefristet anlegst. Bei einer unbefristeten Anlage beträgt die Kündigungsfrist

  • 3 Monate bei einem Direktkredit bis 10.000€.
  • 6 Monate bei einem Direktkredit über 10.000€.

Wenn ein Direktkredit gekündigt wurde, wird er durch einen anderen ausgetauscht. Das Projekt betreibt durchgehend Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit, um einen großen Kreis an möglichen Direktkreditgeber*innen anfragen zu können. In der Vergangenheit gab es bei den uns bekannten Projekten immer zufriedenstellende Lösungen, auch wenn ein*e Direktkreditgeber*in sehr kurzfristig das Geld wieder benötigt hat.

Was passiert, wenn das Projekt scheitert?

Direktkredite sind (leider) nicht risikofrei. Hausprojekte sind keine Banken und können auch keine entsprechenden Sicherheiten bieten. Auch wenn über 180 erfolgreiche Syndikatsprojekte für sich sprechen, kann ein Scheitern nie ausgeschlossen werden. So wichtig der Beitrag von Direktkreditgeber*innen für das Gelingen eines Hausprojekts ist: Ob ein Direktkredit für die oder den Einzelnen tatsächlich eine geeignete Anlageform darstellt oder auch nicht, lässt sich am besten in einem ausführlichen persönlichen Gespräch klären.

Was heißt nachrangig?

Nachrangig bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz zuerst der Bankkredit und erst anschließend die Kredite der Direktkreditgeber*innen zurückgezahlt werden müssen.

Wenn ich einen Direktkredit gebe, darf ich dann auch einziehen?

Ein Direktkredit berechtigt nicht zum (jetzigen oder späteren) Einzug. Je nach Größe des Hauses gibt es aber offene Treffen, bei denen neben der aktuellen Kerngruppe nach weiteren Bewohner*innen gesucht wird. Weiter kann das Projekt eine Vorbildfunktion erfüllen und somit zur Ausbreitung alternativer Wohnideen und -projekte beitragen. Wenn du Interesse hast, bei uns einzuziehen, abonniere unbedingt unseren Newsletter! Darüber schreiben wir freie Plätze aus.

Wie kann ich meinen Direktkredit kündigen?

Schreibe uns eine E-Mail, wir leiten alle weiteren Schritte ein.

Ich suche nach einer Wohnung, kann ich Teil von Pa*radieschen werden?

Über offene Treffen und freie Wohnplätze erfährst du über unseren Newsletter. Leider können wir als Projekt nicht ansatzweise für alle Menschen, die Wohnraum benötigen, Wohnraum schaffen. Wir setzen uns deshalb auch politisch für eine gerechtere Wohnpolitik ein.

Und wieso das alles?

Bezahlbarer, sozialer und solidarisch organisierter Wohnraum in Selbstverwaltung der Bewohner*innen – das soll im Hausprojekt Pa*radieschen möglich werden. Im Kontext eines aus den Fugen geratenen Wohnungsmarkts soll mit dem Projekt nicht nur Wohn- und Lebensraum für die Hausgemeinschaft gesichert, sondern auch ein Zeichen gesetzt werden: der Immobilienmarkt in Augsburg und in anderen Städten schließt vor allem Geringverdienende aus. Das Grundrecht auf Wohnen wird in Frage gestellt. Hier gilt es, aktiv zu werden für eine fairere Wohnungspolitik!